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KON TE XIS # 62

Die Ausbildung der Hand

In den meisten deutschen Bundesländern konzentriert sich die Schule auf die Vermittlung von theoretischem Wissen. Die „Ausbildung der Hand“ wird außerschulischen Bildungsträgern oder dem Elternhaus überlassen, ein verhängnisvoller Fehler, auch - oder gerade - im Zeitalter von Industrie 4.0. Unsere Nachbarn waren und sind diesbezüglich um einiges klüger: Werkunterricht in Österreichs Grundschulen ist etwas „ganz Normales“ – dort diskutiert man zwar bisweilen, ob „Technisches Werken“ und „Textiles Werken“, die derzeit zusammengelegt sind, wieder getrennt werden sollten oder nicht, aber das „Werken“ an sich steht nicht zur Disposition. Wie sehr Kinder von praktischer handwerklicher Tätigkeit begeistert sind, belegt das an Südtirols Grundschulen bereits im dritten Jahr erfolgreich laufende Projekt „Flotte Technik“, das in einem Beitrag von Elisabeth Wieser auf den Seiten 6 und 7 vorgestellt wird. Die Autorin berichtet von ihren äußerst positiven Erfahrungen, die sie als Lehrerin bei der Realisierung dieses umfangreichen Vorhabens gesammelt hat. Ebensolche Erfahrungen wurden auch an der Neuen Mittelschule Taufkirchen in Oberösterreich gemacht – und zwar nicht erst jüngst beim Bau der auf den Seiten 10 und 11 beschriebenen Kurbel-Taschenlampe, sondern schon seit vielen Jahren unter der Leitung des verdienstvollen Schulleiters Direktor Josef Kurz. Wer Lust auf einen Nachbau bekommt, dem wird dieses Vorhaben dank einer preisgünstigen Werkpackung der Firma Winkler Schulbedarf, die sämtliche Bauteile enthält, wirklich kinderleicht gemacht.

Im Bautzener ZUSEUM hat man auch im 15. Jahr noch „Ideen ohne Ende“. Eine davon können die Leserinnen und Leser materialisieren, wenn sie den Beitrag auf den Seiten 14 und 15 sorgfältig studieren – und Holzleisten, Säge und Kleber zur Hand haben. Ob die so hergestellten Napier’schen Rechenstäbchen allerdings in Zukunft den gewohnten Taschenrechner verdrängen werden, darf bezweifelt werden. Auf alle Fälle wird dieses gelungene Ergebnis praktischer Arbeit ebenso wie bei der Kurbel-Taschenlampe oder dem auf den Seiten 8 und 9 beschriebenen umweltfreundlichen Ladegerät für Handys und Smartphones jedoch Genugtuung, Freude und Stolz bei den „Handwerkern“ auslösen – und zwar unabhängig von deren Altersgruppe!  


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