Einblicke in den Sozialpädagogischen Bereich

Mitreden und Mitgestalten!

Die Schülerzeitung als Beteiligungschance an Schulen

Seit Sommer 2019 begleite ich an der  Pusteblume-Grundschule in Berlin-Hellersdorf im Rahmen der Ergänzenden Betreuung die Arbeitsgemeinschaft Schülerzeitung. Sie richtet sich vorwiegend an die Schülerschaft der dritten bis sechsten Klasse, da mündliche und schriftliche Sprachkompetenz unabdingbare Voraussetzung ist.

Die Schülerzeitung ist eine Plattform, bei der sich die Schülerschaft mit eigenen Werken aktiv am Schulleben beteiligen kann. Sie können ihre Meinungen, Ansichten und Interessen in Artikeln vertreten und sich so Gehör verschaffen. Es wird nicht nur über Themen des Schulalltags, sondern auch über Themen aus Politik und Gesellschaft informiert. Sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen unterstützt die Kinder sich eine differenzierte Meinung zu bilden. Durch das gemeinsame Projekt einer Schülerzeitung lernen die teilnehmenden Kinder Fotos zu machen, Interviews zu führen, Sachtexte zu schreiben, den Umgang mit Medien und vieles mehr. Die Redaktionsarbeit, wie z. B. Analyse, Abwägen und Beurteilen von Sachverhalten bei der Recherche für Artikel, stärkt besonders die Demokratiekompetenz der Schülerschaft. Zudem erfahren die Kinder Selbstwirksamkeit durch die Übernahme von Verantwortung und lernen kreatives Arbeiten als Team. Die Arbeit an einer Schülerzeitung ist somit eine ganzheitliche Erfahrung, da nicht nur politische Bildung gefördert wird, sondern auch soziales Lernen und Wertebildung. Die beteiligte Schülerschaft begegnet sich in ihrem Schaffensprozess auf Augenhöhe und arbeitet an einem gemeinsamen Ziel (MITDENKEN! MITREDEN! MITGESTALTEN!, o. J.).

Jeden Mittwoch treffen sich derzeit fünf bis sechs Kinder, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die Interessen, Meinungen und Wünsche der Schülerschaft zu vertreten und darüber schriftlich zu berichten. Die Gruppe plant, organisiert und gestaltet die Schülerzeitung zum größten Teil allein, denn in der Arbeitsgemeinschaft Schülerzeitung können alle ihre Fähigkeiten und Stärken einbringen. Die Schülerzeitung ist als ein kooperatives und kollegiales Unternehmen anzusehen, bei der die Redaktion (zwei Kinder) die organisatorische Verantwortung übernommen hat, auch mittlerweile freie Mitarbeitende zu koordinieren. Um möglichst nah an der Schülerschaft zu bleiben, kam dem Team die Idee einer gemeinsamen Namensfindung für die Schülerzeitung. Das Team erarbeitete Namensvorschläge, die dann der gesamten Schülerschaft zur Abstimmung vorgelegt wurden. Die meisten Stimmen erhielt der Vorschlag „Hellersdorfer Pusteblume News“ und wurde so zum Namen der Schülerzeitung auserkoren. Zudem gibt es einen Briefkasten, in dem Wünsche zu Themen, Lob und Kritik geäußert, Interessen artikuliert sowie Grüße und Witze eingesteckt werden können. So kann das Schülerzeitungsteam die Wünsche und Interessen der Schülerschaft in Erfahrung bringen und berücksichtigen. Zum größten Teil bewältigt das Team der Arbeitsgemeinschaft Schülerzeitung ihre Aufgaben selbstständig. Die Schulleitung überprüft allerdings in Rücksprache mit der Schülerschaft, ob die Inhalte der einzelnen Beiträge mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag übereinstimmen und keine Verletzungen von Persönlichkeitsrechten vorliegen. In Rücksprache mit mir plant das Schülerzeitungsteam die Themen für die kommende Ausgabe. Das Schreiben von Artikeln, Zuweisen von Aufgaben und Führen von Interviews führt das Team überwiegend allein durch. Meine Rolle als betreuende Fachkraft der Schülerzeitung besteht darin, die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Schülerzeitung im Hintergrund zu koordinieren. Dazu gehört beispielsweise das Zeitmanagement von der ersten Redaktionssitzung bis zur Veröffentlichung im Blick zu haben und mit den Kindern abzusprechen sowie die Terminplanung. Ich biete den Kindern beratende Unterstützung an, etwa bei der Themenfindung oder Fragen der Rechtschreibung und Grammatik. Mir ist es wichtig, dass die Kinder so viel wie möglich selbstständig arbeiten und so viel wie nötig Betreuung und Unterstützung erhalten. 

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