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Über uns hinaus – Hüttenwandern in den Tuxer Alpen

Die jahrgangsübergreifende AG Herausforderung des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Berlin ging in die dritte Runde. In diesem Schuljahr entschieden sich 15 Schüler*innen aus der 8. und 10. Klasse dazu, die Tuxer Alpen in Österreich zu bezwingen. 

Dabei begann die Herausforderung schon lange vor der Fahrt. Ein ganzes Schuljahr lang traf sich die AG-Gruppe einmal pro Woche, um ihre selbst gewählte Herausforderung möglichst eigenständig zu organisieren und umzusetzen. Die AG-Leiter*innen, Herr Wendt, Herr Zucknick und Frau Rost, unterstützten die Gruppe mit fachlichen Inputs, setzten den Rahmen für das Projekt und behielten den Gesamtüberblick über den Planungsstand. 

Am Anfang stand ein Klärungs- und Aushandlungsprozess. Die Schüler*innen mussten sich zunächst darüber verständigen, was sie überhaupt unter einer Herausforderung verstehen. Dabei orientierten sie sich an dem Leitgedanken „Raus aus der Komfortzone“ und entwickelten gemeinsam eine Idee, die sie anschließend umsetzen wollten. Die Herausforderung sollte als Gruppe bewältigt werden und eine sportliche Aktivität im Vordergrund stehen, bei der sich die Teilnehmer*innen für mehrere Tage in ein neuartiges Lernumfeld außerhalb Berlins begeben. Das waren wesentliche Vorgaben, an denen sich die Schüler*innen bei ihrer Planung orientieren mussten. 

Schnell war sich die Gruppe einig, dass es eine Hüttenwanderung in den Bergen werden sollte. Damit begann die Vorbereitungsphase der Fahrt erst richtig. Die Teilnehmer*innen recherchierten Touren, die hinsichtlich ihrer technischen und konditionellen Anforderungen geeignet waren. Sie beschäftigten sich mit Fragen des benötigten Equipments und dem richtigen Packen des Rucksacks. Auch die Übernachtung auf einer Berghütte sowie das richtige Verhalten bei Unwettern im Gebirge waren Themen, mit denen sie sich auseinandersetzten. Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, besuchten sie auch die Sektion Berlin des Deutschen Alpenvereins. 

Die Gruppe entwarf einen Kostenplan inklusive Nah- und Fernverkehr, Übernachtungen, Equipment, Verpflegung und Alpenvereinsmitgliedschaft und organisierte einen Kuchenbasar zur Finanzierung von Hüttenschlafsäcken. Sie suchten nach günstigen Preisen für die verschiedenen Kostenpunkte, verhandelten teilweise sogar und traten dafür in Kontakt mit dem Alpenverein, Unternehmen aus dem Fernverkehr, Seilbahn- und Taxiunternehmen, Hüttenpächtern und Outdoorgeschäften. 

Im Laufe des Prozesses wurde die Gruppe immer wieder mit neuen, unerwarteten Herausforderungen konfrontiert, die schlussendlich aber alle gemeistert werden konnten. So stand am Ende eine viertägige Hüttenwanderung in den Tuxer Alpen, die die Schüler*innen erneut fordern sollte, allerdings auf eine andere Art und Weise als in der Vorbereitungszeit. 

Nämlich körperlich und mental. 

Die Reise begann mit einer Fahrt im Nachtbus nach Innsbruck. Nach einem kurzen Frühstück à la Supermarkt im Park ging es mit der Patscherkofelbahn hinauf zum

Ausgangspunkt der ersten Wanderung. Für die meisten Schüler*innen war es die allererste Erfahrung in den Bergen und sie erlebten gleich am ersten Tag, was es heißt, mit einem vollgepackten Rucksack mehr als 660 Höhenmeter stetig bergauf zu laufen. Nach rund vier Stunden und ausgiebigem Meckern, Fluchen und Stöhnen kamen wir völlig entkräftet, aber voller Stolz auf der Glungezer Hütte an und wurden mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Auf über 2.600 Metern Höhe gab es nicht viel außer Geröll, vereinzelt Schnee, die Hütte, ein paar weitere Wander*innen und uns. Nach einem schlichten Abendbrot in gemütlicher Hüttenatmosphäre und bei guten Gesprächen ging es nicht allzu viel später ins Bett, da wir früh zur zweiten Wanderung aufbrechen wollten. 

 

 

Die nächsten Tage sollten nicht weniger aufregend und ereignisreich werden. Die Gruppe geriet an einem Tag in ein Gewitter und an einem anderen in dichten Nebel. Sie begaben sich notgedrungen auf ein Militärgelände und suchten Schutz auf einem Bauernhof. Sie traten den Weg zu einem Gipfel als Tagesziel an und mussten sich eingestehen, dass dieser sie über ihre körperlichen Grenzen brachte. Sie sahen Bergtiere, die sie zuvor noch nie gesehen hatten, einen in Nebel gehüllten Bergsee und den klaren Sternenhimmel bei Nacht auf der Hütte. 

Sie erlebten im wahrsten Sinne des Wortes Höhen und Tiefen während ihrer Herausforderung und trotzten dabei Wind und Wetter, Blasen an den Füßen, zu schweren Rucksäcken sowie körperlicher und mentaler Erschöpfung. Sie bewiesen Mut, Willen und Durchhaltevermögen und vor allen Dingen eines: Zusammenhalt. 

So trugen manche Schüler*innen zwei Rucksäcke den Berg hinauf, wenn eine andere Person es nicht mehr schaffte. Sie motivierten einander, wenn jemand lieber wieder abgestiegen wäre. Und sie nahmen Rücksicht auf die Grenzen der anderen und stellten ihren persönlichen Ehrgeiz in den Hintergrund. Denn am Ende konnte die Herausforderung nur als Gruppe gemeistert werden. 

Ihr habt es geschafft und eure Herausforderung gemeinsam bewältigt!

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