Sie befinden sich hier: tjfbg.de › Downloads › deutsch › Interkulturelles Mau-Mau

Interkulturelles Mau-Mau

Mau-Mau kennt doch jede*r (nicht?)! Andere Kulturen, andere Regeln, mehr Toleranz!

Ziel

  • spielerisch sensibilisieren für interkulturelle Kommunikation
  • Gruppenprozesse simulieren zwischen Individuen mit anderen Überzeugungen
  • Handlungsstrategien für irritierende Momente entwickeln

Ablauf

  • Spieltische aufbauen (mit Abstand), Gruppe einteilen (Spieler/ Beobachter), Einleitung vorlesen.
  • Regeln verteilen (Mau-Mau wird mit Skat-Karten gespielt, die Regeln ähneln UNO). Regeln 10 Minuten lesen, wieder einsammeln: Keiner darf mehr sprechen!
  • Die erste Runde beginnt (10 Minuten): Für jedes gewonnene Spiel gibt es einen Streichholz/Knopf. Rundensieger*innen “reisen” einen Tisch weiter. Insgesamt wird dreimal gewechselt bzw. vier Runden (à 10 Minuten) gespielt.
  • Sobald jemand den Tisch wechselt, steht seine bzw. ihre Welt Kopf: Genau um diese Erfahrung geht es! Was bekannt ist und als “richtig” gilt, kann woanders keine Bedeutung haben. Es kommt zu Konflikten um die Regeln. Gemeinsam muss eine Lösung gefunden werden - und zwar nonverbal.

Vorsicht

  • Bei der Einführung NICHTS über das Ziel des Spiels verraten! Die Spieler*innen dürfen nicht wissen, dass an den Tischen nach verschiedenen Regeln gespielt wird, sonst geht der Effekt verloren! 
  • Auch wenn nicht gesprochen wird, besteht erhöhtes Konfliktpotenzial. Das Spiel aufmerksam begleiten, genug Zeit für die Auswertung einplanen.

Auswertung 

  • Was war seltsam und was war gut? Was hat geholfen, mit der neuen Situation nach dem Wechsel zurechtzukommen? 
  • Wer hat sich bewusst eine Strategie überlegt, um miteinander zu einem sinnvollen Ergebnis zu kommen? Wie sah diese ab dem zweiten, dritten Durchgang aus?
  • Was könnte bei Begegnungen von Menschen aus verschiedenen Kulturen ähnlich ablaufen, wenn diese z. B. zum ersten Mal aufeinander treffen? Welche Erfahrungen, Gefühle und Reaktionen lassen sich in diesen Situationen finden
  • Welche Strategien nützen bei der Verständigung, wenn sich Kulturen begegnen? • Wie fanden die Beobachter*innen das Spiel?

Inklusiv gedacht

  • Als nonverbales Spiel auch ohne gemeinsame Sprache spielbar.
  • Angepasste Skatkarten (z. B. durch fühlbare Zeichen oder einfaches, klares Layout) unterstützen bei Sehbehinderung, Kartenhalter unterstützen bei motorischen Schwierigkeiten.
  • Wenn keine Skatkarten zur Verfügung stehen, kann auch mit UNO-Karten gespielt werden (hier gibt es ebenfalls Karten mit Braillebeschriftung).

Links & Materialien

Spieleinleitung

Die Spielleitung liest folgende Einleitung vor:
“Herzlich willkommen im Spielsalon der Begegnung. Wir wollen heute zusammen ein altbekanntes Kartenspiel spielen - nämlich Mau-Mau. Das gemeinsame Spielen ist schon seit Jahrhunderten eine Form der Kommunikation und Kontaktaufnahme. Auch zwischen sich fremden Kulturen. Gleich reist ihr von Tisch zu Tisch und spielt also immer wieder mit neuen Menschen. Auf den Tischen liegen Streichhölzer (oder Knöpfe o.ä.). Wenn eine*r von euch eine Runde gewonnen hat, bekommt er/sie jeweils eins. Sobald alle Platz genommen haben, verteile ich die Spielregeln. Lest sie euch genau durch. Ihr habt dann zehn Minuten Zeit, euch warm zu spielen. Dann sammle ich die Regeln ein. Ab da dürft ihr nicht mehr miteinander sprechen! Es darf nur noch ein Wort genutzt werden: “Hägar“. Ihr spielt insgesamt ca. eine halbe Stunde. Ich sage an, sobald jemand zu einem anderen Tisch reist. Verteilt euch auf die Spieltische, sodass überall gleich viele sitzen. Nach dem Spiel kommen wir alle im Stuhlkreis zusammen.”


Spielregeln für die Tische

(wörtlich übernommen aus Dorsch-Beard & Utler o.J.,S. 43f) 

Spieltisch A

  • Jeder Mitspieler erhält fünf Karten. 
  • Eine Karte wird offen auf den Tisch gelegt, der restliche Stapel verdeckt  daneben. 
  • Wie bei Mau-Mau können Karten abgelegt werden: Farbe auf Farbe (z. B. Kreuz auf Kreuz) und Bild auf Bild (z. B. sieben auf sieben, Dame auf Dame...). 
  • Der kleinste Spieler fängt an. 
  • Wird ein König gespielt, setzt der nachfolgende Spieler eine Runde aus. 
  • Wenn eine Zehn gelegt wird, darf der Spieler zwei Karten an einen Mitspieler freier Wahl abgeben. 
  • Wer keine passende Karte ausspielen kann, nimmt die oberste Karte vom verdeckten Stapel. Kann auch diese Karte nicht gespielt werden, setzt der Spieler eine Runde aus. 
  • Ist der Stapel der verdeckten Karten verbraucht, werden die bereits ausgespielten Karten -  außer der zuletzt Gespielten – gemischt und wieder verdeckt auf den Tisch gelegt. 
  • Es gewinnt, wer als Erster nur noch eine Karte auf der Hand hat. 

Spieltisch B

  • Jeder Mitspieler erhält fünf Karten. 
  • Eine Karte wird offen auf den Tisch gelegt, der restliche Stapel verdeckt daneben. 
  • Wie bei Mau-Mau können Karten abgelegt werden: Farbe auf Farbe (z. B. Kreuz auf Kreuz)  und Bild auf Bild (z. B. sieben auf sieben, Dame auf Dame ...). 
  • Der Spieler links vom Kartengeber fängt an. 
  • Wenn ein Bube gespielt wird, wird das Spiel in umgekehrter Richtung fortgesetzt (bei dem ersten Buben also gegen den Uhrzeigersinn, beim nächsten wieder im Uhrzeigersinn usw.). 
  • Wird eine Zehn gespielt, setzt der nachfolgende Spieler eine Runde aus. 
  • Wer keine passende Karte ausspielen kann, nimmt die oberste Karte vom verdeckten Stapel. Kann auch diese Karte nicht gespielt werden, setzt der Spieler eine Runde aus. 
  • Ist der Stapel der verdeckten Karten verbraucht, werden die bereits ausgespielten Karten - außer der zuletzt Gespielten – gemischt und verdeckt auf den Tisch gelegt. 
  • Es gewinnt, wer als Erster keine Karte mehr auf der Hand hat. 

Spieltisch C 

  • Jeder Mitspieler erhält fünf Karten. 
  • Eine Karte wird offen auf den Tisch gelegt, der restliche Stapel verdeckt daneben. 
  • Wie bei Mau-Mau können Karten abgelegt werden: Farbe auf Farbe (z. B. Kreuz auf Kreuz)  und Bild auf Bild (z. B. sieben auf sieben, Dame auf Dame ...). 
  • Der älteste Spieler fängt an. 
  • Wenn eine Dame gespielt wird, muss der Spieler zwei Karten ziehen, es sei denn, er kann eine weitere Dame ausspielen. Dann nimmt der Nächste vier Karten auf. 
  • Wird ein Bube gespielt, gilt das als Trumpf: Der Spieler darf direkt noch eine Karte freier Wahl ausspielen. 
  • Wer keine passende Karte ausspielen kann, nimmt die oberste Karte vom verdeckten Stapel. Kann auch diese Karte nicht gespielt werden, setzt der Spieler eine Runde aus. 
  • Ist der Stapel der verdeckten Karten verbraucht, werden die bereits ausgespielten Karten –  außer der zuletzt Gespielten – gemischt und wieder verdeckt auf den Tisch gelegt. 
  • Es wird solange gespielt, bis der erste Spieler keine Karten mehr auf der Hand hat. Wer dann noch die meisten Karten hat, hat gewonnen! 

Spieltisch D 

  • Jeder Mitspieler erhält fünf Karten. 
  • Eine Karte wird offen auf den Tisch gelegt, der restliche Stapel verdeckt daneben. 
  • Wie bei Mau-Mau können Karten abgelegt werden: Farbe auf Farbe (z. B. Kreuz auf Kreuz) und Bild auf Bild (z. B. sieben auf sieben, Dame auf Dame ...). 
  • Der Spieler mit den hellsten Augen fängt an. 
  • Wenn eine Dame gespielt wird, darf der nachfolgende Spieler eine Karte völlig freier Wahl ausspielen. 
  • Wird ein König gespielt, wird das Spiel in umgekehrter Richtung fortgesetzt (bei dem ersten König also gegen den Uhrzeigersinn, beim nächsten wieder im Uhrzeigersinn usw.). 
  • Wer keine passende Karte ausspielen kann, nimmt die oberste Karte vom verdeckten Stapel. Kann auch diese Karte nicht gespielt werden, setzt der Spieler eine Runde aus. 
  • Ist der Stapel der verdeckten Karten verbraucht, werden die bereits ausgespielten Karten – 
  • außer der zuletzt Gespielten – gemischt und wieder verdeckt auf den Tisch gelegt. 
  • Es gewinnt, wer zuerst nur noch eine Karte in der Hand hat. 

Quellen

Links